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22. November 2021

Managementsystemen auf der Spur

Was haben der Zoo Leipzig und BMW gemeinsam?


Gruppenbild im BMW Werk
Foto: HSZG Umweltmanagementsysteme in der Praxis: Bei einer studentischen Exkursion konnte genauer hingeschaut werden, wie zum Beispiel im BMW Werk Leipzig

Nach langem Warten, war es endlich soweit: Die Studierenden des Bachelorstudiengangs „Ökologie und Umweltschutz“ und der Masterstudiengänge „Integrierte Managementsysteme“/„Integriertes Management“ machten sich auf den Weg nach Leipzig für eine studentische Exkursion. In Leipzig angekommen, erwartete die Studierenden eine spannende Präsentation über die Arbeit des Umweltmanagementbeauftragten im Leipziger Zoo. Diese reicht von Arterhaltung durch Beteiligung in mehr als 80 internationalen Zuchtprogrammen, über Artenschutzprojekte in anderen Ländern bis hin zur Koordination des Umweltmanagementsystems des Zoos nach dem anspruchsvollen europäischen Standard EMAS. Der Umweltmanagementbeauftragte erläuterte Beispiele für Energie- und Wassereinsparungen, aber auch wo noch Verbesserungspotentiale zu finden sind. Eines der wichtigsten Gebäude ist in diesem Zusammenhang das Gondwanaland, bei den smart verwendeten Materialien bei der Gebäudekonstruktion dafür sorgen, dass keine zusätzliche Beleuchtung benötigt wird, Regenwasser genutzt werden kann und ein intelligentes Lüftungssysteme sparsam im Einsatz ist. Eine fachkundige Führung durch den Zoo, bei der die praktische Umsetzung des Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagements nachvollzogen werden konnte, rundete diesen lehrreichen Besuch ab.

Auch am nächsten Morgen stand eine Besichtigung bei BMW auf dem Plan. Schon der riesige Parkplatz lässt vermuten, dass viele Mitarbeitende am Standort Leipzig beschäftigt sind. Was schätzen Sie? Wie viele Mitarbeiter produzieren wie viele PKWs? Die Lösung dazu wird etwas später im Beitrag verraten, denn zuvor werden Sie gedanklich auf einen kurzen Besuch durch das Werk mitgenommen.

Die Eingangshalle offenbart eine besondere Architektur des Gebäudes der schrägen Ebenen, die mit dem Deutschen Architekturpreis 2005 ausgezeichnet wurde. Das Zentralgebäude mit den Großraumbüros ist durch kleine Brücken mit den Produktionshallen verbunden. Dort erwarteten die Studierenden viele Maschinen und Roboter, die eng getaktet arbeiten und Teile für die Fahrzeuge herstellen oder zurechtschneiden. In der nächsten Halle werden Karosserien zusammengeklebt, welche im späteren Verlauf mit Kabelbäumen und anderer Ausstattung durch die Mitarbeitenden gefüllt werden. Zu guter Letzt wird das fertige Auto noch einmal genau in der Qualitätssicherung unter die Lupe genommen.

Trotz der vielen Technologie, die in diesem Werk im Einsatz ist, arbeiten 5.500 Personen an diesem Standort (zum Vergleich, dies ist die Einwohnerzahl von der Insel Borkum). Sie stellen pro Tag circa 183 E-Autos und über 1.000 Fahrzeuge der klassischen Produktion auf einer Fläche von 229 ha (entspricht circa 321 Fußballfelder) her. Neben den Gebäuden fallen vier Windräder auf dem Gelände auf. Diese Windräder stellen den Strom für die Produktion der E-Autos bereit. Außerdem speichern alte Batterien der E-Autos die Energiespitzen der Windräder, um sie zu windärmeren Zeiten nutzbar zu machen. In der anschließenden Präsentation fasst die Beauftragte, die eine ehemalige Absolventin der HSZG ist, das Umwelt- und Arbeitsschutzmanagementsystem des Unternehmens zusammen und gibt Beispiele für die praktische Umsetzung.

Auf der Heimfahrt reflektieren die Teilnehmenden gemeinsam die zwei mit Wissen vollgepackten Exkursionstage und Unternehmen, die zwar beide ein Umweltmanagementsystem besitzen und doch thematisch nicht unterschiedlicher hätten sein könnten. Dies zeigt auch, welche vielseitigen Berufswege unseren Absolventen und Absolventinnen offen stehen.

Ihre Ansprechperson

M. Sc.
Sandra Franke
Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften
Standort 02763 Zittau
Külzufer 2
Gebäude Z VI, Raum 208
+49 3583 612-4790
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