Das Studium aus Sicht der Studierenden

B.Sc. Molekulare Biotechnologie

Molekulare Biotechnologie ist einer der drei Bachelor-Studiengänge der Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften an der Hochschule Zittau/Görlitz. Er vereint Themen aus nahezu allen Bereichen der Lebenswissenschaften. Wie der Name schon sagt, dreht sich dabei alles darum, das ganz Kleine der belebten Welt verstehen zu lernen und im ganz großen Stil zu nutzen. Nachfolgende Informationen wurde von den Studierenden der Molekularen Biotechnologie verfasst (Stand Dezember 2020).

  • Was ist eigentlich “Molekulare Biotechnologie”?

    Die Anwendungen der klassischen Biotechnologie sind wahrscheinlich allen mehr oder weniger ein Begriff, sei es die Nutzung des Sauerteigs zum Brotbacken oder der Bäckerhefe beim Bierbrauen. Doch auch die neuen Gentechniken wie CRISPR/Cas gewinnen zunehmend an Bedeutung und sorgen für Schlagzeilen.

    Fakt ist auf jeden Fall: Die molekulare Biotechnologie ist interdisziplinär, sie vereinigt viele verschiedene Wissenschaften, z. B. Mikrobiologie, Genetik, Biochemie, Molekularbiologie, Bioinformatik, Verfahrenstechnik…

    Und wo wird das alles angewendet? Die kurze Antwort: so gut wie überall. Oder etwas ausführlicher: Überall da, wo sich Zellen, Enzyme und Organismen sinnvoll nutzen lassen. Die rote Biotechnologie beschäftigt sich mit der Entwicklung von Therapien und Diagnostik von Krankheiten, die weiße Biotechnologie mit der Produktion von Pharmazeutika oder Lebensmitteln mittels Mikroorganismen, die grüne Biotechnologie mit der Anwendung in der Landwirtschaft (z.B. durch transgene Pflanzen), die blaue Biotechnologie mit der Erforschung mariner Organismen und Ökosysteme… Die vielen anderen Farben wie braun, gelb etc. könnt ihr ja mal googeln. Die Anwendungsbereiche sind zumindest mehr als facettenreich und das Beste ist - bei einem so breitgefächerten Studiengang wie diesem habt ihr danach noch jede Menge Möglichkeiten, zu entscheiden, in welche Richtung es für euch gehen soll.

  • Wie ist das Studium aufgebaut?

    Eine Übersicht über den Aufbau und die Module findet ihr im Modulkatalog. Wir wollen euch hier kurz vorstellen, was euch im Allgemeinen so erwartet:

    In den ersten beiden Semestern findet ein naturwissenschaftliches Grundstudium statt. Das bedeutet, ihr bekommt die Basics beigebracht, die auf keinen Fall fehlen dürfen - daher stehen erstmal Mathe, Physik und allgemeine Chemie auf dem Programm. Das ist ein bisschen vergleichbar mit der Fahrschule: erst in der Theorie die Regeln pauken, dann in der Praxis Fahrspaß entwickeln!

    Im dritten bis fünften Semester wird es immer spannender, ihr bekommt spezifische Module wie Gentechnik und Mikrobiologie und euer Stundenplan füllt sich verstärkt mit Praktika, in denen das gelernte Wissen experimentell erprobt, vertieft und erweitert wird.

    Da man heutzutage jedes Handeln reflektiert hinterfragen sollte, habt ihr auch Vorlesungen zur Bioethik, was eine Besonderheit des Studiums an der HSZG gegenüber ähnlichen Studiengängen an anderen Hochschulen ist.

    Im sechsten Semester ist dann die Zeit gekommen, euer Können unter Beweis zu stellen - im Praxismodul dürft ihr in einem Unternehmen oder Institut eurer Wahl an einem Forschungsprojekt mitwirken, das euch so richtig interessiert. Die selbstständige Arbeit im Labor und der Einblick in die wissenschaftliche Arbeit bereitet euch auf das Leben nach dem Studium vor.

    Im siebten Semester gilt es, natürlich noch die Bachelorarbeit zu schreiben und die letzten Module, wie Bioinformatik und ein Literaturseminar zum wissenschaftlichen Schreiben, zu absolvieren.

  • Brauche ich so viel Physik, wenn ich doch was mit Bio… studiere??

    Diese Frage werdet ihr euch wahrscheinlich im ersten Semester stellen. Aber: Die Physik beschreibt die Ordnung und die grundlegenden Gesetze, nach denen sämtliche Vorgänge im Universum verlaufen, auch das Leben auf der Erde – selbst das spezialisierteste Bakterium oder die coolste Pflanze kann sich der Physik nicht völlig entziehen. Das bedeutet im Umkehrschluss, man braucht sie nun mal für alles. Wenn ihr also zunächst im Seminar sitzt und euch fragt, was es euch bringt, die exakte Winkelbeschleunigung berechnen zu können, beantwortet sich diese Frage spätestens im fünften Semester, wenn ihr im Praktikum vor riesigen Zentrifugen steht (stellt euch eine Waschmaschine vor, mit dem kleinen Unterschied, dass das Ding locker 12.000 Drehungen in der Minute hinlegt). Dann bemerkt man: eigentlich sind physikalische Kräfte schon ziemlich cool, vor allem, wenn man sie versteht!

  • Welche Schwerpunkte werden in dem Studium gesetzt? Kann ich mir aussuchen, welche Inhalte ich verstärkt studieren möchte?

    Wenn die Grundlagen erstmal erlernt sind, folgt in den höheren Semestern die Spezialisierung auf die rote (medizinische) und weiße (industrielle) Biotechnologie mit Modulen wie Immunologie, Upstream Processing und Bioverfahrenstechnik.

    Eine Auswahl an angebotenen Wahlmodulen, aus denen ihr euch euren Stundenplan erstellen könnt, gibt es als solches nicht. Dafür habt ihr beim Praxissemester die freie Wahl, welche Richtung der Biotechnologie ihr näher kennenlernen wollt - da ist es auch kein Problem, wenn es doch eher in die blaue oder grüne Biotechnologie gehen soll. Ihr entscheidet, zu welchen Themen ihr forschen wollt und bewerbt euch selbstständig bei den entsprechenden Firmen oder Instituten, um ein ganzes Sommersemester damit zu verbringen.

    Im 7. Semester schreibt ihr dann über die Ergebnisse, die ihr im Praxissemester gesammelt habt, eure Bachelorarbeit.

  • Welche Perspektiven gibt es nach dem Studium/ welche Berufsmöglichkeiten und weiterführenden Studiengänge kommen in Frage?

    Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, zumindest nicht in einem kurzen Artikel, und es ist logischerweise von dem abhängig, was euch am meisten interessiert und worin ihr eure persönlichen Stärken entdeckt habt.

    Ihr habt nach dem Bachelor auf jeden Fall vielfältige Auswahlmöglichkeiten in Arbeitsbereichen rund um die Themen Molekularbiologie, Gentechnik, Zellbiologie, Biochemie, Immunologie, Verfahrenstechnik… Ihr könnt in regionalen bis internationalen Firmen arbeiten, aber auch Forschungslabore, z. B. zu gentechnischen Anwendungen oder zur Grundlagenforschung, stellen einen interessanten Arbeitsplatz für euch dar, ebenso wie die Tätigkeit in Aufsichtsbehörden und Analyselaboren. Oftmals braucht ihr aber einen Master-Abschluss. Wenn ihr den gern in Zittau machen wollt, habt ihr die Wahl zwischen den Masterstudiengängen „Pharmazeutische Biotechnologie“ oder „Biotechnologie und angewandte Ökologie“ . Aber auch jeder andere weiterführende Studiengang im Bereich der Biowissenschaften und Biotechnologie steht zur Auswahl und dabei kann es nicht schaden, sich auch ein wenig in anderen Ländern umzusehen - mit Neugierde und Flexibilität werdet ihr bestimmt das finden, was am besten zu euch passt!

  • Eigentlich wollte ich ja lieber Medizin studieren…

    “Medizin ist ein tolles Fach, spannend, interessant und man hilft anderen, aber ich bin am NC gescheitert” so oder so ähnlich klangen zu Studienbeginn viele unserer molekularen Biotechnolog*innen. Bisher hat es trotzdem noch niemand bereut, sich für das Studium in Zittau entschieden zu haben. Denn die Grundlagen sind überall gleich, aber die Biotechnologie ist darüber hinaus weit vielfältiger. Und vielleicht stellt ihr ja auch fest, dass tierische Zellen eigentlich gar nicht so euer Ding sind, sondern findet die komplexen Mechanismen in polyploiden Pflanzenzellen viel reizvoller. Oder ihr merkt, dass Grundlagenforschung viel mehr euer Ding ist und dass Bacillus subtilis oder Lactobacillus plantarum eigentlich coole Haus-Organismen wären (Haustiere sind in den Wohnheimen ja nicht gestattet). Es hat zumindest noch keinem geschadet, offen und neugierig die unterschiedlichen Themengebiete zu erkunden und das zu finden, was wirklich zu einem passt!

    Und wenn ihr dabei bleibt, dass euer Herz für Medizin schlägt und ihr mit Medikamenten gegen üble Krankheiten Leben retten wollt - dann schaut doch mal beim Masterstudiengang „Pharmazeutische Biotechnologie“ vorbei.

  • Die Stärken und Vorteile des Studiums in Zittau und an der HSZG

    Du studierst in Zwickau? - Nein, Zittau! Diese Frage werdet ihr als Studierende in Zittau immer wieder hören, aber die Vorteile vom „kleinen Feinen“ haben es in sich!

    Denn vor allem die kleine Größe der Hochschule ist ein riesiger Schatz. Ihr werdet nie Probleme haben, im Hörsaal einen Sitzplatz zu finden und die Matrikelgröße ist überschaubar - das bedeutet ein ausgezeichnetes Betreuungsverhältnis und somit die Möglichkeit, unkompliziert Antworten auf Fragen und Hilfe bei Problemen zu erhalten. Es gibt kein Semester, in dem „aussortiert“ wird - ganz im Gegenteil: die Dozierenden sind motiviert und engagiert und unterstützen jeden Einzelnen so gut sie können.

    Ihr werdet dazu motiviert, über den Tellerrand hinaus zu blicken und eine überfachliche Kompetenz zu erwerben.

    In den vielen verschiedenen, spannenden Laborpraktika kann jede*r die Laborarbeit erlernen und viel Praxiserfahrung sammeln, dabei wird man zunächst angeleitet und darf dann immer selbstständiger agieren. Modern ausgestattete Labore ermöglichen eine hervorragende Vorbereitung auf Tätigkeiten in neuen Forschungsgebieten. Das bereitet euch optimal auf einen guten Einstieg ins Praxissemester vor - und das Praxismodul ist an sich schon ein großes Highlight des Studiums. Dabei entdeckt man neue Perspektiven, auch um sich zu orientieren, wie es nach dem Bachelor weitergehen soll.

    Schließlich ist das Leben in einer kleinen Stadt auch sehr vorteilhaft, zum Beispiel muss man keine langen Fahrten in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln ertragen und kann alles zu Fuß erreichen, außerdem ist der O-See gleich um die Ecke, und lädt ein, gemeinsam mit seinen Kommilitonen die Freizeit zu gestalten.

  • Ansprechpartner*innen für den Studiengang Molekulare Biotechnologie

    Die ersten Ansprechpartner für Fragen und Probleme rund ums Studium und das Studierendenleben sind wir - der FSR-N. Wir sind Studierende der Fakultät N und helfen euch, geben Tipps und leiten Anliegen an die jeweiligen Verantwortlichen weiter. Wenn ihr weitere Unterstützung oder Beratung benötigt, ist unser Studienscout Karen Kobelt die gute Seele der Fakultät. Sie hilft euch beim Studieneinstieg, damit der Übergang von der Schule ins Studium möglichst reibungslos verläuft, und ist auch studienbegleitend für euch da, indem sie Tutorien und weitere Hilfsangebote für euch auf die Beine stellt.

    Bei ganz studiengangsspezifischen Anliegen könnt ihr euch auch an den Studiengangsverantwortlichen Herrn Professor Wiegert wenden, der als Fachstudienberater bestimmt die passenden Antworten auf eure Fragen parat hat. Wenn ihr euch für das Studium an der HSZG begeistert habt und nur noch Hilfe bei der Bewerbung und der Zulassung braucht, findet ihr im Zulassungsamt die richtigen Ansprechpartner.

    Kurz gefasst: an der HSZG findet ihr überall nette und engagierte Menschen, die euch gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen!

     

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