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21. September 2021

Dem Green Deal ein Stückchen näher

Beim LaNDER³-Kick-Off am 7.9. fiel der Startschuss zur Intensivierungsphase des Lausitzer Innovationsnetzwerkes.


Eine Maschine, die Naturfasern verarbeitet, steht im Vordergrund. Im Hintergrund unterhalten sich Menschen.
Foto: Susanne Fentzel Produzieren auf dem Industrieniveau des 21. Jahrhunderts mit dem, was die Natur hergibt. Dafür steht das Lausitzer Innovationsnetzwerk LaNDER³.

Kann man bei der Herstellung industriell breit einsetzbarer Kunststoffe Glasfasern durch Naturfasern ersetzen? Lässt sich Abwärme bei der Trocknung nachwachsender Rohstoffe einsetzen? Und kann man aus ‘brauner Brühe‘ beim Ausquetschen von Naturfasern Energie gewinnen?

Leben und Produzieren auf dem Industrieniveau des 21. Jahrhunderts mit dem, was die Natur hergibt – Naturfasern, (Bio)Polymere, Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien – dieser Vision hat sich LaNDER³ verschrieben. Die Forschungspalette des Lausitzer Innovationsnetzwerkes ist dabei sehr breit.

Nun wurde mit einer Kick-Off-Veranstaltung am 7. September der Start der zweiten vierjährigen Förderphase des BMBF-geförderten Projekts eingeläutet. Die LaNDER³-Projektverantwortlichen reisten gemeinsam mit ihren Gästen durch Mission, Vision und Ziele ihrer Partnerschaft und gaben für die so genannte Intensivierungsphase einen Einblick, welche Chancen aus ihrer Forschung für die Region, für das Thema Nachhaltigkeit und den zu bestreitenden Strukturwandel entstehen.

LaNDER³-Partnerschaftssprecher Prof. Dr. Jens Weber freute sich zu Beginn der Veranstaltung darüber, dass Bioökonomie-Themen in der Gesellschaft angekommen sind und deutlich an Relevanz gewinnen.

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„Denkt man nun an neue Produktideen, so sollte schon bei der Entwicklung das 'Lebensende' des Produkts mitgedacht werden. Wir müssen konsequent den gesamten Lebenszyklus, d.h. die gesamte Wertschöpfungskette von der nachhaltigen Rohstoffgewinnung bis zur Möglichkeit eines funktionierenden Recyclings, beachten. Das ist es, was unsere nachfolgenden Generationen einfordern und genau dazu tragen wir mit unserer Forschung bei“,

betont Prof. Dr. Jens Weber.

Wichtig ist es dem Projektteam ebenso, dieses Denken in den Köpfen der jungen Menschen zu unterstützen und damit indirekt auch den „Kulturwandel“ in den Unternehmen in den nächsten Jahren voranzutreiben.

Ein gut verankertes Netzwerk

LaNDER³ hat die ersten Jahre der Aufbauphase genutzt, ein neues Netzwerk aufzubauen und lokal sowie überregional zu verankern und sichtbar zu machen. So sieht es auch die Referentin des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Dr. Katerina Morawietz. In Ihren Grußworten betonte sie, dass LaNDER³ seit dem Start in 2017 eine äußerst positive Entwicklung vollzogen hat und sich als Treiber herausstellen wird bei der Bewältigung der großen Herausforderungen Sachsens in den Bereichen Umwelt, Rohstoffe und Energie. Sie zeigte sich überzeugt davon, unter künftigen Förderanträgen auch vielversprechende Technologietransferprojekte von LaNDER³ zu finden.

Davon, dass LaNDER³ über Technologietransfer Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft bietet, ist auch Cluster-Manager Dr. Matthias Kinne überzeugt. Er skizzierte in seinem Vortrag neue technische Lösungen und innovative Produkte, die LaNDER³ im Rahmen des europäischen Green Deals liefert und stellte mit Begeisterung einige aus dem Netzwerk hervorgegangene Ausgründungen in der Region vor. Die Palette reicht dabei von einem innovativen Dachzugangssystem für Kraftfahrzeuge über neuartige Erntetechnologien bis hin zu verrottbaren Pflanztöpfen.

Was folgt nun in den kommenden vier Jahren der Intensivierungsphase?

Neben der Forschung an verbesserten Entfaserungsprozessen, am Einsatz additiv gefertigter Werkzeuge oder an Recyclingformaten wie dem Opticycling, steht auch die Entwicklung von Technologien für komplett biologisch abbaubare Alltags- und Einwegprodukte aus Restbiomassen, so genannten Consumables, im Fokus. „Die müssen stabil, öl- und wasserbeständig sein und einigen anderen Ansprüchen genügen. Genau daran forschen wir, immer mit Blick auf die Gesamtbilanz“, stellt Prof. Weber in Aussicht.

Nun freut sich das LaNDER³-Team erst einmal über den anstehenden Fernsehdreh für „Die Sendung mit der Maus“. Der Beitrag „Materialien aus Naturfasern“ erhielt bei einem Voting auf der Webseite des Kinderkanals (KiKa) so viele Klicks, dass Ende September ein Reportage- und Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks (WDR) für die Sendung drehen wird.

Zu sehen ist die kindergerecht aufbereitete Sachgeschichte dann wahrscheinlich am 3. Oktober im Kinderkanal (KiKa). „Dann werden auch die kleinen Zuschauer mehr über LaNDER³ erfahren“, ist sich Prof. Dr. Jens Weber sicher.

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Die Hochschule beteiligt sich darüber hinaus an dem bundesweiten Aktionstag "Türen auf mit der Maus". Am 3. Oktober 2021 können Kinder hinter die Kulissen von Einrichtungen blicken, die üblicherweise für sie verschlossen sind.

Dabei erfahren sie unter dem Motto „Hallo Zukunft #mitderMaus“, wie es zukünftig möglich sein kann, mit dem zu leben und zu produzieren, was die Natur hergibt.

Unter dem Mikroskop können sie z.B. verschiedene Pflanzen anschauen und Naturfaser-Kunststoffe herstellen. Nebenbei gibt es spannende Einblicke in die Themen Energie und Kreislaufwirtschaft.

Der "Maus"-Aktionstag findet von 10 bis 16 Uhr in der Mensa an der Hochwaldstraße statt und richtet sich vorrangig an Kinder zwischen sechs und zehn Jahren. Anmeldung ist per möglich.

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Mit der Initiative FH-Impuls: „Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region“ fördert das BMBF deutschlandweit zehn regionale Forschungs- und Innovationspartnerschaften für acht Jahre. LaNDER³ war dabei der einzige erfolgreiche Bewerber aus Sachsen und den neuen Bundesländern.

LaNDER³-Partnerschaftssprecher

Foto: Prof. Dr. rer. nat. Jens Weber
Prof. Dr. rer. nat.
Jens Weber
Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften
Standort 02763 Zittau
Külzufer 2
Gebäude Z VI, Raum 01
+49 3583 612-4705
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