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Zittauer lehren Guss-Friedrich das Laufen

29. Mär. 2012

Friedrich steigt von seinem Berg herab, kommt zu den Besuchern der Löbauer Landesgartenschau und begrüßt sie auf‘s Herzlichste. Das war die Idee von Regisseur Klaus-Dieter Otto, und das war die Aufgabe, der sich nun die Zittauer Hochschulprofessoren Frank Pietschmann und Uwe Schnell angenommen haben.

Es galt, das Maskottchen, das Kinder der Kittlitzer Grundschule entworfen haben, zum Leben zu erwecken. Keine leichte Aufgabe, erklärt Frank Pietschmann, und das verwundert auch nicht. Wie schafft man es, ein Männchen, das einem gusseisernen Turm nachempfunden ist, beweglich zu machen? Die Antwort lautet: Mit viel Geometrie, mathematischen Berechnungen – und einem kleinen Trick.

Als die unentgeltliche Kooperation zwischen Hochschule und Gartenschau besiegelt war, nahm Frank Pietschmann zunächst ein Lineal und die SZ zur Hilfe. Denn hier war der Friedrich abgebildet, den er nun digital umsetzen sollte. Pietschmann nahm Maß beim noch analogen Friedrich, übertrug peinlich genau die Millimeterwerte in seinen Computer. Was dann folgte, ist Geometrie und etwas, das auch den Mathematikstudenten an der Hochschule verdeutlicht, wo die Mathematik überall drinsteckt. Der Professor nahm Quadrate, Rechtecke, Kreise, Zylinder und viele weitere Formen zur Hand, kombinierte sie miteinander und erstellte auf diese Weise die gewünschte Figur. 30 bis 40 Grundformen sind bis zum gewünschten Ergebnis hunderte Male miteinander kombiniert. Ein spezielles Computerprogramm diente dann dazu, die Figur in einen virtuellen Raum zu stellen und wie gewünscht zu beleuchten und seine Bewegungen zu filmen.

Hier allerdings tauchten die Schwierigkeiten wieder auf. Die Figurvorlage hat nicht nur einen gusseisernen Körper, sondern auch ziemlich kurze Arme. Die zu bewegen, war schwierig, aber der Mathematiker Pietschmann hielt sich genau an die Vorgaben. Lediglich bei Körperbewegungen wie einer angedeuteten Verbeugung musste er ein klein wenig tricksen und der Figur eine Art unsichtbares Bauchscharnier anlegen.

Die Möglichkeiten, die die Hochschule hat, seien natürlich nicht vergleichbar mit denen professioneller Grafikstudios, betont Pietschmann. Dennoch ist das, was er macht, genau davon inspiriert, und er erwähnt dann auch die zunehmende Zahl von animierten Filmen, die in den letzten Jahren die Kinos erobert haben.

Die Animation für die Löbauer Landesgartenschau soll der Auftakt werden für etwas ganz Großes: 100 Minuten lang wird die Show, die Klaus-Dieter Otto plant. Bis auf die Sekunde wird sie vorbereitet. 350 Mitwirkende werden ihren Teil zu dem Eröffnungsprogramm beisteuern, Uta Bresan und René Kindermann werden die Show moderieren. 30 Auszubildende der Löbauer BAO zeigen den Gästen: „So schmeckt die Oberlausitz“. Dutzende Sportler vom Kreissportbund werden dabei sein, dazu das Orchester Grenzenlos der Kreismusikschule Dreiländereck. Schon im Herbst 2011 waren sich die Beteiligten einig, dass die Eröffnungsshow als erste Veranstaltung in der neuen Löbauer Veranstaltungshalle Maßstäbe setzen soll.

Frank Pietschmann wird mit seiner Animation des Maskottchens Friedrich seinen Teil zur Auftaktshow beitragen. Eine Herausforderung wartet jetzt noch auf ihn: Jetzt, wo die Figur an sich weitgehend fertig ist, müssen nun noch Bild und Text zueinandergebracht werden. Aber auch dafür hat der Professor schon eine Lösung im Blick.

Aus der SZ vom 18.02.2012


Kontakt:

Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften

Prof.Dr.rer.nat.habil. Uwe Schnell

Webseite: http://f-n.hszg.de/wettbewerb/wettbewerb/beispiele.html

Mail: u.schnell@hszg.de

 

 

Letzte Änderung:24. Februar 2017

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